Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
Militarismen, Militarismes, Militarisms
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08/15, Nullacht-Fünfzehn, Null Acht Fuffzehn (W2)
(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
(E?)(L?) http://www.duden.de/service/newsletterarchiv/archiv/2001/010907.html
(E?)(L?) http://faql.de/etymologie.html
(E1)(L?) http://www.fragenohneantwort.de/kurz.htm#0815
(E?)(L?) http://www.nextz.de/glossen/woerter.html
(E5)(L1) http://www.redensarten-index.de/
nullachtfünfzehn
(E1)(L1) http://www.w-akten.de/begrifflichkeiten.phtml
(E1)(L1) http://www.wispor.de/wp-red-n.htm
"Nullacht-Fünfzehn" oder "Nullacht-Fuffzehn" ist die Typenbezeichnung eines deutsche Maschinengewehres. Der Begriff "08/15" wurde im 2. Weltkrieg zum Schlagwort für in eintöniger Menge vorhandene Massenprodukte. Die Romanverfilmung von Hans Helmut Kirst machte den Begriff später vollends geläufig.
(© blueprints Team)
Der Code-Ausdruck für tägliche Routine hat seinen Ursprung im ersten Weltkrieg. Das Maxim-Maschinengewehr "08/15" war das Standard MG der deutschen Truppen. Also wurden alle ziemlich aufwendig an dieser Knarre gedrillt. Da das Ding 383 Einzelteile hatte, konnte man sich auch schön damit beschäftigen. Im zweiten Weltkrieg wurde der Begriff für (veraltete) Massenware - und überhaupt alles, mit dem man sich bis zum Überdruss beschäftigen musste - gebräuchlich. 1956 setzte Hans Helmut Kirst dem "Null Acht Fuffzehn" mit seiner gleichnamigen Romantrilogie ein weiteres Denkmal.
A
Aggression, Grad, Ingredienzen, Kongreß, Progression (W3)
(E?)(L?) http://www.peterkernverlag.de/forum/messages/939.html
Dass Aggression ausschließlich im Sinne von "Kriegerischer Angriff" benutzt wird, ist offensichtlich eine relativ neue Variante seit dem 18. Jahrhundert (zuerst im Französichen aufgetaucht).
Natürlich lässt es sich auf lateinische Ursprünge zurückführen: lat. "ad" = "heran"; lat. "gredi" = "schreiten"; also "heran-gehen", "sich begeben zu", "sich an jemanden wenden", "ihn angehen" (nicht zerstörerisch, sondern mit einem Begehren oder Wunsch).
Auch: "unternehmen", "beginnen", "versuchen" - in dem Sinne "eine Sache angehen", "in Angriff nehmen". Und dann gibt es noch "aggressio" = "Anlauf des Redners", also den "Beginn der Rede".
Die Bedeutung "angreifen" im Sinne des Feindlichen gab es auch, aber nicht ausschließlich.
Also "Hingehen" war offensichtlich gleichbedeutend mit "zugreifen" - also wenn man sich schon hinbewegt, dann deshalb, weil man dort auch was will.
Die Wurzel "gred" = "schreiten" ist übrigens auch enthalten in "Grad", "Ingredienzen", "Kongreß", "Progression".
Alarm (W3)
von it. "all'arme" = "zu den Waffen"
Allianz (W3)
kommt von frz. "allier" und dieses von lat. "alligare" = "anbinden", "verbinden". Eine "Allianz" ist also ein "Bündnis".
Am Riemen reißen (W3)
(E?)(L?) http://www.prosieben.de/wissen/galileo/galilexikon/
Die Redewendung "Am Riemen reißen" entstammt dem Militärjargon im ersten Weltkrieg. Der Riemen (= "Gürtel") mußte sich auch auf schwierigem Terrain bei den Soldaten in der vorgeschriebenen Position befinden.
an den Hut stecken (W3)
(E?)(L?) http://www.prosieben.de/wissen/galileo/galilexikon/
Die Redewendung "An den Hut stecken" gibt es erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Unehrenhaft aus der Armee entlassenen Soldaten wurde eine Papierblume an den Hut gesteckt. Das war also nicht gerade ein Ehrenzeichen.
Heute kann sich die negative Bedeutung der Redewendung allerdings auch auf den entsprechenden Gegenstand beziehen, den man sich "an den Hut stecken" kann.
Anstand, anständig (W3)
Heute hält man sich bei der Schlacht am kalten Büffet zurück, wenn man Anstand hat. Früher hielt man sich auf dem echten Schlachtfeld zurück (mhd. "anstand" = "Waffenstillstand", "Aufschub" von "anstan" = "zum Stehen kommen"). Daraus hat sich die heutige Bedeutung "sich gehören" herausgebildet.
auf eigene Faust (W3)
Am 13.05.2004 stellte K. Riedel die Frage, wieso man mit dem Rad "auf eigene Faust" unterwegs sein kann.
Zur Redewendung "auf eigene Faust" ("etwas auf eigene Faust tun", "etwas auf eigene Faust versuchen = "ohne fremde Hilfe", "auf eigene Verantwortung") konnte ich keine genaueren Hinweise finden. Deshalb will ich es einmal "auf eigene Faust" probieren. Auch wenn die Mausschubserei und Tastenkläpperei am PC nicht gerade mit dem Symbol der "Faust" vereinbar ist.
Ich vermute jedenfalss, dass die Redewendung schon etwas abgeschliffen wurde und ursprünglich eher lautete: "sich auf die eigene Faust verlassend". Als Entstehungsort naheliegend wäre demnach der Boxkampf. Allerdings vermute ich, dass die Herkunft weiter zurückliegt, vielleicht sogar eine Lehnübersetzung aus dem Lateinischen ist. Sie dürfte wohl spätestens in Zeiten des Rittertums entstanden sein. Dort war es nicht unüblich Stellvertreter in den Turnierkampf oder in die Schlacht zu schicken. Ja für Könige, deren Leben natürlich nicht ohne Grund gefährdet werden durfte, gab es viele Ritter, die es als ehrenhaft ansahen, eine Lanze stellvertretend zu brechen. Aber dann gab es dann doch immer wieder die Notwendigkeit, eine Sache eigenhändig, sich "auf die eigene Faust" verlassend durchzuführen. Auch Handwerksmeister dürften sich bei anspruchsvollen Aufgaben nicht auf die Gesellen sondern "auf die eigene Faust" verlassen haben. In diesem Umfeld dürfte die Redewendung also entstanden sein. "Auf eigene Faust" heisst also nicht, dass man auf den eigenen Fäusten lief oder saß, sondern dass man etwas eigenhändig (tatkräftig) anpackte.
Am 05.08.2009 schrieb Kristian Siedenburg:
...
Eine andere Erklärung wäre dagegen, dass der Begriff aus der Lohnzahlung kommt, da man früher sein Gehalt bar auf die Hand bzw die Faust bekam. Davon abgeleitet konnten Arbeitnehmer ohne Lohnfortzahlung von der Arbeit fern bleiben. In dem Fall bekamen sie in dieser Zeit nichts "auf die Faust" bzw lebten "auf eigene Faust" .
Belegt ist diese Erklärung allerdings nicht.
...
(E?)(L?) http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=3224
Auf eigene Faust - Eine Familienangelegenheit (GB 1980)
(E?)(L?) http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=3766
Auf eigene Faust (USA 1990-1993)
(E?)(L?) http://www.film-zeit.de/Film/13101/WALKING-TALL--AUF-EIGENE-FAUST/Inhalt/
Walking Tall - Auf eigene Faust
(E?)(L?) http://www.moviemaze.de/media/trailer/1144,walking-tall-auf-eigene-faust.html
Walking Tall - Auf eigene Faust
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/f.php
(E?)(L?) http://www.tv-kult.de/index.php?tvdbid=3766&m=SA&title=Auf+eigene+Faust
Auf eigene Faust
(E?)(L?) http://www.tv-kult.de/index.php?tvdbid=3224&m=SA&title=Auf+eigene+Faust+-+Eine+Familienangelegenheit
Auf eigene Faust - Eine Familienangelegenheit
Auf Tuchfühlung gehen (W3)
(E?)(L?) http://www.prosieben.de/wissen/galileo/galilexikon/
Dieser Ausdruck, der heute eher eine erotische Komponente besitzt, stammt aus dem Militärjargon. Bei der Aufstellung in Reih und Glied musste die Soldaten darauf achten, dicht an dicht mit den Nebenmännern zu stehen - so nah, dass sich die Ärmel berührten.
Avantgarde (W3)
(E?)(L?) http://derstandard.at/?url=/?id=1497536
... Nach einem etymologischen Exkurs zu den Wurzeln des Wortes "Avantgarde", das - "gar net so modern" - aus der Militärsprache 1825 als "bewaffnete Vorhut" ausritt, definierte Jungwirth den Begriff neu: "Ein Allerweltswort für Versuch und Irrtum."
...
B
Befehl, befehlen (W2)
Der "Befehl" war im Mittelhochdeutschen ein "bevel" = "Übergabe", "Obhut". Die Verbform "befehlen" hieß mhd. "bevelhen" und ahd. "bifelhan" = "übergeben", "anvertrauen". Die weitere Herkunft soll ein untergegangenes Wort mit der Bedeutung "etwas (der Erde) anvertrauen", "begraben" sein. Daraus entwickelte sich die Bedeutung "etwas zum Schutz anvertrauen".
Die ursprünglichen Bedeutungen kann man noch erkennen in Ausdrücken wie "Gott befohlen", "ich befehle meinen Geist in deine Hände" = "(sein Schicksal Gott) übergeben", "anbefehlen" = "sich unter jemandes Schutz stellen".
Die weitere Herkunft könnte lat. "appellare" = "anreden", "anregen" und die Wurzel ide. "*pel" = "begraben" sein.
bescheuert, scheuern (W3)
"scheuern" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für "schlagen"; und wenn man jemanden lange genug schlägt, kann er leicht "den Verstand verlieren", also "bescheuert" werden;
Block, Blockhaus, Blockade, blockieren (W3)
(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,275956,00.html
Die "Blockade" könnte sieht zwar nach einer französischen Erfindung aus,und könnte auf frz. "blocage" zurück gehen. es ist jedoch vermutlich erst aus dem Niederländischen schon im 13.Jh. ins Französische gelangt und beruht auf einer germ. Bezeichnung für einen "Baumstumpf", "Holzklotz".
Dies ist noch im "Blockhaus", das es auch asl frz. "blockhaus" gibt, erkennbar. Auch die Palisaden, die oftmals auch um ein "Blockhaus" erstellt wurden, waren aus Holzpfählen, die eben den freien Zugang verhinden sollten. So entwickelten sich die "Blockade" und das Verb "blockieren", das nun jedoch auf dem Umweg über frz. "bloquer" zurück ins Deutsche kam.
Ursprünglich im militärischen Bereich (vermutlich über ital. "bloccata") entstanden wurden auch in anderen Lebensbereichen "Blockaden" aufgebaut. Und so entstanden die "Seeblockade" (noch militärisch), die "Sitzblockade", die "Wirtschaftsblockade", die "Berliner Blockade" (24.06.1948 - 12.05.1949), das "Antiblockiersystem" und die Abkürzung "ABS", die psychische "Blockierung" u.a.
Nun kann man nur hoffen, dass sie noch keine "Denkblockaden" errichtet haben.
C
D
demolieren (W3)
Das dt. "demolieren" = "zerstören" stammt von frz. "démolir" = "niederreißen" und weiter auf lat. "demoliri" zurück und wurde/wird vor allem im militärischen Umfeld gerne angewandt ("zerstören von Festungsbauten").
Das lat. "demoliri" setzt sich zusammen aus dem verneinenden Präfix "de-" und lat. "moliri" = "errichten" (wobei "moliri" auch allein schon die Bedeutung "zerstören" haben kann). Die weitere Grundlage ist lat. "moles" = "Masse, Last, Bau".
(E3)(L1) http://gregor.retti.info/oewb/dat/D.list.html
demolieren | Demolierung
Deserteur (W3)
Der "Deserteur" (17. Jh.) = dt. "Fahnenflüchtiger", "Überläufer", geht zurück auf frz. "déserteur", lat. "desertor", und setzt sich zusammen aus lat. "de-" = dt. "nicht-", "un-" und lat. "serere" = dt. "aneinanderfügen", "aneinanderreihen", "fügen", "reihen".
Adelung meint dazu:
Der "Deserteur", aus dem Französischen, ein Soldat, welcher seinen Stand eigenmächtig und böslich verläßt; ein "Ausreißer", der, wenn er zum Feinde übergehet, ein "Überläufer" genannt wird. Daher "desertiren", verb. reg. neutr. mit seyn, seine Fahne oder seinen Stand böslich verlassen, ausreißen; die "Desertion", das "Ausreißen", die "Ausreißung". Ehedem nannte man einen "Ausreißer" einen "Heerflüchtigen", und in noch frühern Zeiten, wie z. B. im Salischen Gesetze, Austrappo, die "Desertion ader Herisliz", gleichsam "Heereslassung", "Heeresverlassung". Im Oberdeutschen ist für "Deserteur" auch "Durchgänger" bekannt, so wie man für "desertiren", auch im Hochdeutschen "durchgehen" gebraucht.
(E?)(L?) http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=369
Deserteursberatung zu Berliner Erklärung der EU
(E?)(L?) http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1390
Strache und die Wehrmachtsdeserteure
(E3)(L1) http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/
deserteurblech | deserteursblech | deserteursverhehler | deserteurverhehler
- "Deserteursblech": Blech mit dem Namen von Fahnenflüchtigen, an den Galgen genagelt
- "Deserteursverhehler": wer einem Fahnenflüchtigen Unterkunft gewährt
(E1)(L1) http://www.koeblergerhard.de/der/DERD.pdf
(E?)(L?) http://encyclopedie.uchicago.edu/node/142
(E?)(L?) http://artfl.uchicago.edu/cgi-bin/philologic31/search3t?dbname=encyclopedie1108&word=&dgdivhead=%5Ed&dgdivocauthor=&dgdivocplacename=&dgdivocsalutation=&dgdivocclassification=&dgdivocpartofspeech=&dgdivtype=&CONJUNCT=PHRASE&DISTANCE=3&PROXY=or+fewer&OUTPUT=conc&POLESPAN=5&KWSS=1&KWSSPRLIM=500
- DESERTEUR, Le Blond, [Military Arts; Art militaire; Art milit.]
- Deserteur, d'Alembert, Jaucourt, [Ethics | Political science; Morale | Politique; Morale & Politique.]
Erstellt: 2010-07
desertieren (W3)
Dt. "desertieren" (17. Jh.) = dt. "fahnenflüchtig werden" geht über frz. "déserter" zurück auf lat. "desertare", "deserere" = dt. "verlassen", "abtrennen", "im Stich lassen". Dieses setzt sich zusammen aus lat. "de-" = dt. "nicht-", "un-" und lat. "serere" = dt. "aneinanderfügen", "aneinanderreihen", "fügen", "reihen".
(E?)(L?) http://conjd.cactus2000.de/showverb.php?verb=desertieren
(E1)(L1) http://www.koeblergerhard.de/der/DERD.pdf
Erstellt: 2010-07
Desertion (W3)
Dt. engl. "desertion" = dt. "Verlassen", "Imstichlassen", mil. "Fahnenflucht", setzt sich zusammen aus lat. "de-" = dt. "nicht-", "un-" und lat. "serere" = dt. "aneinanderfügen", "aneinanderreihen", "fügen", "reihen". Wörtlich bedeutet es etwa "Nicht (mehr) zusammenfügen" = "Auseinandernehmen".
(E2)(L1) http://www.1911encyclopedia.org/Desertion
(E?)(L?) http://www.bartleby.com/6/414.html
Impromptu on Dumourier's Desertion of the French Republican Army
(E1)(L1) http://www.hls-dhs-dss.ch/
Desertion ==> Fahnenflucht
(E?)(L?) http://www.newadvent.org/cathen/04750a.htm
(E?)(L?) http://www.oedilf.com/db/Lim.php?Word=desertion
Limericks on desertion
(E2)(L1) http://dictionary.reference.com/browse/desertion
(E?)(L?) http://www.sex-lexis.com/Sex-Dictionary/desertion
(E?)(L?) http://encyclopedie.uchicago.edu/node/142
(E?)(L?) http://artfl.uchicago.edu/cgi-bin/philologic31/search3t?dbname=encyclopedie1108&word=&dgdivhead=%5Ed&dgdivocauthor=&dgdivocplacename=&dgdivocsalutation=&dgdivocclassification=&dgdivocpartofspeech=&dgdivtype=&CONJUNCT=PHRASE&DISTANCE=3&PROXY=or+fewer&OUTPUT=conc&POLESPAN=5&KWSS=1&KWSSPRLIM=500
- DESERTION D'APPEL, Boucher d'Argis, [Jurisprudence; Jurisprudence; Jurispr.]
- Desertion d' un bénéfice, Boucher d'Argis, [unclassified]
- Desertion des maisons, terres, et autres héritages, Boucher d'Argis, [unclassified]
Erstellt: 2010-07
E
Ernst (W2)
"Ernst" = ahd. "ernust", Abstraktum zu ide. "er-"/"or-" = "sich erheben (gegen)", verwandt griech. "eris" = "Streit", "Kampf", griech. "epereia" = "Kränkung", "Drohung"), lat. "adorior" = "ich greife an".
Da wird es also eirklich "Ernst", wenn es "Ernst" wird.
Es riecht nach Bratkartoffeln (W3)
Soldatendeutsch: "Es herrscht Gasgefahr."
(E?)(L?) http://www.euphemismen.de/Alle/
(E?)(L1) http://www.gourmetpedia.com/menues.php/Woerterbuch/Bratkartoffeln
Bratkartoffeln, Sauté potatoes, Pommes sautées, Patate saltate, Patatas salteadas
F
Faust, Faustrecht, Faustregel, Faustpfand
es faustdick hinter den Ohren haben
wie die Faust aufs Auge
confaust (W2)
Die Herkunft der "Faust" (ahd. "fust") ist bis heute ungeklärt. Eine der Vermutungen besagt, dass es gemeinsame Wurzel mit der Zahl "fünf" hat, wegen der fünf Finger. Eine andere Herleitung bezieht sich auf eine Wurzel mit der Bedeutung "stechen", "stossen".
Trotz dieser unklaren Herkunft hat es die "Faust" weit gebracht. Sie ist in vielen Begriffen und Redewendungen zu finden. Da gibt es zum einen das "Faustrecht", das die Ausnutzung der Stärke ironisch beschreibt. Die "Faustregel" ist zwar auch recht grob, hat aber wohl doch einen etwas friedlicher Hintergrund. Die Regel ist noch etwas ungenauer als die "Abschätzung über den Daumen". Und das "Faustpfand" ist das Pfand, das man auch wirklich in der Faust hält.
Ja und dann gibt es eben Redewendungen wie:
- aus der Faust essen
- die Faust im Nacken spüren (unter Druck stehen)
- die Faust in der Tasche ballen ((heimlich)wütend sein)
- es faustdick hinter den Ohren haben
- jemandem die Faust unter die Nase halten
- mit der Faust auf den Tisch hauen / schlagen (sagen, was Sache ist, Klartext reden, für Ordnung sorgen)
- mit eiserner Faust (gewaltsam)
- passen wie die Faust aufs Auge
Die meisten der Redewendungen erklären sich von selbst. Allerdings wäre es dennoch interessant, etwas genaueres über ihre Herkunft zu erfahren.
Früher sassen der Schalk und die Verschlagenheit als kleine Dämonen in kleinen Wülsten hinter dem Ohr. Und je dicker diese Wülste waren, desto durchtriebener war der unter dem Dämon Leidende. Und umso mehr, wenn er es "faustdick hinter den Ohren" hatte.
"Das passt wie die Faust aufs Auge" hatte ursprünglich die Bedeutung "es passt überhaupt nicht", denn was hat die Faust auf dem Auge zu suchen. Allerdings wurde es immer wieder auch zu ironischen Bemerkungen verdreht. Und schliesslich nahm es (auch) die Bedeutung "es passt genau" an, also das genaue Gegenteil.
(Demnach gehört diese Redewendungen zu den Ausdrücken, die ihre Bedeutung im Laufe der Zeit komplett umgekehrt haben.)
Heute ist es oft nicht mehr auszumachen, ob diese Aussage nun ernsthaft oder ironisch gebraucht wird und ob der Sprecher sich bewusst ist, auf welcher Bedeutungsebene er sich gerade bewegt. Jedenfalls habe ich schon ernsthafte Aussagen mit beiden Bedeutungen und ironische Aussagen mit beiden Bedeutungen gehört.
Das bei "www.wordcentral.com" zu findende englische Verb "confaust" hat allerdings nichts mit der "Faust" zu tun. Es setzt sich zusammen aus "confusion" = "Verwechslung", "Durcheinander" und "exhaustion" = "Erschöpfung". Es bezeichnet also so etwas wie ein "erdrückend wirkendes Chaos".
Neben der "geballten Hand" gibt es auch noch eine literarische Figur namens "Faust". Dazu gibt es weitere Hinweise in der Kategorie "Literatur".
(E?)(L?) http://www.duden.de/service/newsletterarchiv/archiv/2003/030725.html
"passen wie die Faust aufs Auge"
(E?)(L?) http://www.fragenohneantwort.de/kurz.htm#faustdick
faustdick hinter den Ohren
(E5)(L1) http://www.redensarten-index.de/
"Faust" als Suchbegriff eingeben
(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,277663,00.html
(E1)(L1) http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/ra-mat.htm
faustdick hinter den Ohren haben
(E?)(L?) http://www.wordcentral.com/byod/
confaust
G
H
Haubitze (W3)
Die dt. "Haubitze" geht zurück auf tschech. "houfnice" = "Steinschleuder".
(E?)(L?) http://www.radio.cz/fr/article/75998
Herberge (W3)
(E6)(L1) http://www.jugendherberge.de/
600 Jugendherbergen an interessanten Orten stehen zur Auswahl. Wir zeigen Ihnen die Jugendherbergen der 14 selbstständigen Landesverbände des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH).
Die "Herberge" geht auf einen militaristischen Ursprung zurück. Das mhd. "herberge" bzw. ahd. "heriberga" war ein "das Heer bergender Ort".
I
ins Gras beissen (W3)
(E?)(L?) http://www.euphemismen.de/Alle/
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/b.php
"ins Gras beissen" mussten Krieger, die verwundet auf dem Schlachtfeld lagen. Man konnte nach der Schlacht oft feststellen, dass die Sterbenden vor Schmerzen in den Untergrund gebissen hatten. Im englischen sagt man dazu "to bite the dust".
Der Brauch bei an Schwindsucht Gestorbenen die eingefallenen Wangen mit Gras "aufzupolstern", um sie zur Beerdigung optisch etwas zu verschönern hat damit wohl nichts zu tun.
J
K
Kalter Krieg (W3)
September 1945
In London auf der ersten Konferenz des Außenministerrates der Großmächte zur Ausarbeitung von Friedensverträgen für Deutschland, Österreich Italien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Finnland - bis zur Unterzeichnung der Verträge im Februar 1947 folgen weitere Konferenzen in Moskau, Paris und New York - kommen die schwerwiegenden Gegensätze zwischen der Sowjetunion und dem antikommunistischen Westen besonders deutlich zum Vorschein. Damit beginnt der jahrzehntelange "Kalte Krieg" zwischen Ost und West, u.a. verbunden mit einem gefährlichen Wettrüsten der beiden Großmächte UdSSR und USA.
(E?)(L?) http://www.dhm.de/ausstellungen/kalter_krieg/aus.htm
Deutsches Historisches Museum: Ausstellung zum kalten Krieg
(E?)(L?) http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/865095/
25.10.2008
Kalter Krieg in der Karibik
Vor 25 Jahren besetzten US-Truppen Grenada
Von Matthias Bertsch
Sie war lange Zeit vor allem als Exportnation für Muskatnüsse bekannt: die Karibikinsel Grenada vor der Küste Venezuelas. 1979 hatte eine Gruppe linksgerichteter Rebellen den dortigen Diktator Gary vertrieben und versucht, den Inselstaat wirtschaftlich zu entwickeln. Die USA sahen die engen Kontakte der neuen Regierung zu Kuba und der Sowjetunion mit großem Misstrauen. Am 25. Oktober 1983 besetzte die USA die Insel.
(E3)(L1) http://www.hanisauland.de/info/allebegriffe.html
...
Dieses ist die Bezeichnung für eine Konfrontation zwischen verschiedenen Staaten oder: einzelne oder mehrere Staaten stehen sich feindlich gegenüber, doch sie kämpfen nicht mit kriegerischen Mitteln gegeneinander. (Die Waffen sind "kalt", "es wird also nicht geschossen".)
...
Wenn man vom "Kalten Krieg" spricht, so meint man in der Regel den so genannten Ost-West-Konflikt ab 1947.
...
(E1)(L1) http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17344.php
(E?)(L?) http://www.phil.muni.cz/german/mediaev/histsem/nofr-beisp-HS.htm
Hier wird "Kalter Krieg" als Lehnübersetzung aufgeführt - vermutlich aus dem Amerikanischen.
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/k.php
(E?)(L?) http://www.textlog.de/morus-utopia.html
(E?)(L?) http://www.textlog.de/34408.html
Sieg durch geistige Waffen und "kalter Krieg"
(E?)(L?) http://www.dissertationen.unizh.ch/titelalphabet.html
(E?)(L?) http://www.dissertationen.unizh.ch/titelalphabet.html
Apartheidgold, Kalter Krieg und Sanktionsgewinne: Das Framing der Beziehungen der Schweiz zum südafrikanischen Apartheidregime in der öffentlichen politischen Kommunikation der Schweiz 1960-2001 2006 2528
Kampf, Kämpfer, Champion, Champignon (W3)
Sowohl der "siegreiche Kämpfer", der "Champion" als auch der Pilz, der "Champignon" verdanken ihren Namen dem "(freien) Feld" dem lat. "campus" = "Feld". Der eine kämpft auf dem Schlacht"feld" der andere wächst auf dem Feld.
Auch die Begriffe "Kampf" und "Kämpfer" gehen auf "campus" zurück.
Kanone, Kanne, Kanal, volle Kanne, volles Rohr, Kanon, unter aller Kanone (W3)
Warum "volle Kanne" = "volle Kraft" bedeutet konnte ich nicht herausfinden.
Denkbar wäre die folgende Erklärung:
"Kanne" geht wie "Kanal" zurück auf lat. "canalis" = "Röhre", "Rinne", "Wasserlauf", "Kanal" bzw. das kleinere "canna" = "kleines Rohr", "Röhre" und weiter auf griech. "kánna" = "Rohr(geflecht)".
Und dann gibt es da den Ausdruck "volles Rohr". Dieser Ausdruck geht zurück auf die Soldatensprache ("volles (Kanonen-)Rohr"), wo es "äußerste Kraft", "volle Geschwindigkeit" bedeutet. Über das griech. "kánna" = "Rohr" könnte hier eine Verbindung bestehen.
Schließlich geht die "Kanone" auf ital. "cannone" = "Geschütz" ebenfalls auf "canna" = "Rohr", lat. "canna" = "Kanal" zurück und bedeutet eigentlich "großes Rohr".
(Erklärung unsicher)
Eine andere Möglichkeit wäre, dass es zurückgeht auf "Kanon" von lat. "canon" = "Glaubensregel" bzw. ursprünglich "Regel", "Norm", "Richtschnur", "Messstab". Damit würde "volle Kanne" etwa bedeuten "nach allen Regeln der Kunst".
In der Form "unter aller Kanone" ist jedenfalls die "Glaubensregel" versteckt.
Kantonist, unsicherer Kantonist (W3)
(E1)(L1) http://www.wispor.de/wp-red-k.htm#kantonist
Im Zeitraum 1792-1814 war Preußen in Kantone eingeteilt. Diese mussten eine festgelegte Anzahl Rekruten stellen. Aber wie immer konnten sich Vermögende freikaufen. Weniger vermögende mussten zum Militär, es sei den sie flüchteten - diese unsichern Kantonisten.
Kartoffelbefehl (W3)
Wenn es den 7-jährigen Krieg nicht gegeben hätte, hätte die Kultivierung der Kartoffel in Deutschland vielleicht später begonnen. So aber brauchte Friedrich der Große gut genährte Soldaten und verpflichtete alle Bauern zur Kartoffelkultur.
(E?)(L?) http://www.br-kinderinsel.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2004/00718/
Die Knolle wuchs schließlich auch im Verborgenen, unter der Erde. Daher heißen die Kartoffeln in vielen Teilen Deutschlands auch "Grundbirne", "Erdapfel" oder "Erdbirne". Früher nannte man sie sogar "Frucht des Bösen", eben weil manche Angst vor ihr hatten.
Vor fast 250 Jahren gab es dann den "Kartoffelbefehl". Friedrich der Zweite von Preußen ließ 1756 alle Bauern die Kartoffel-Knolle anbauen, ob sie wollten oder nicht. Die Kartoffel rettete damals viele vor dem Hunger und wurde schließlich sehr beliebt. So sehr, dass heute fast jedes Dorf oder jede Stadt einen eigenen Namen für die Kartoffel hat: "Grumbern" (von "Grundbirne"), "Ebbirn" (von "Erdbirne"), "Katüffeln", "Knolle", "Potakkn", ...
...
(E?)(L?) http://www.kartoffel.de/
(E?)(L?) http://www.kartoffel.de/info/geschichte/body.php
...
Befehl der Preußenkönige
Ebenso waren es in Deutschland die Preußenkönige, unter ihnen Friedrich der Große, der per Dekret Anweisungen zur Kultur, Ernte, Lagerung und Verwendung gab.
Er hatte sich die Kartoffel nicht nur als Nahrung für das Volk nach dem 7-jährigen Krieg(1756-63), sondern auch zur Kriegsverpflegung - satte Soldaten können besser kämpfen - ausgedacht.
Der feldmäßige Anbau und Verzehr der Knollen verbreitete sich nur schleppend. In Südwest- und Mitteldeutschland herrschte 1771/72 eine Hungersnot. In Irland, wo es ständig Hungersnöte gab - zuletzt 1847 - 1 Million Menschen starben an Hunger - haben sich die Kartoffeln schneller als Nahrungs- und Futtermittel und sogar zur Whiskyherstellung durchgesetzt.
Nach 1850 erfuhr der Kartoffelanbau in ganz Deutschland eine starke Ausweitung.
...
(E?)(L?) http://www.lexi-tv.de/lexikon/thema.asp?InhaltID=4137&Seite=4
...
"Kartoffel-Erlass"
In Deutschland sorgte der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) für die - noch etwas zaghafte - Verbreitung der Kartoffel. Mit Strenge und Gewalt versuchte der preußische König Friedrich II. die Kartoffel schließlich bekannt zu machen: Er ließ die Knollen kostenlos an die Bevölkerung verteilen und befahl 1756 den Anbau der Pflanze. In seinem "Kartoffel-Erlass" hieß es: "Wo nur ein leerer Platz zu finden ist, soll die Kartoffel angebaut werden". Wer sich weigerte, wurde hart bestraft. Satte und zufriedene Untertanen sowie kräftige und kampfbereite Soldaten wollte Friedrich II. mit der Knolle großziehen, denn die brauchte er für seine Kriege. Der Erfolg der Kartoffel in ganz Europa resultierte schließlich auch aus Kriegen und Preissteigerungen.
...
(E?)(L?) http://www.toffi.net/kartoffel_list.htm
Hier findet man eine etwas andere Darstellung der Vorgehensweise zur Einführung der Kartoffel in Deutschland.
Der alte Fritz und die Kartoffel
Dem alten Fritz war am Anbau der Kartoffel sehr gelegen. So half er ihr mit einem kleinen Trick gewaltig auf die Sprünge.
Friedrich II. befahl 1756, Kartoffelfelder anzulegen und sie von Soldaten bewachen zu lassen.
Ob das Aufsehen erregen würde?
Tatsächlich!
Des Nachts schlichen die Bauern heimlich auf die Felder, um nachzusehen, was es dort so streng zu bewachen gab. Die Garde schaute weg, und der Zweck war erfüllt. Gleich sackweise "klauten" die Bauern diese "verbotene Frucht". Jeder Bauer wollte diesen wertvollen Erdapfel auf seinem Acker haben.
Danach mussten die Städter überzeugt werden, diese Kartoffel auch zu verspeisen. So ließ sich der alte Fritz, sehr gewitzt, auf seinen Reisen durch die kleinen Städte der Mark-Brandenburg oder Schlesiens in aller Öffentlichkeit Kartoffeln servieren, und verspeiste sie mit Vergnügen. Dies machte seine Bürger neugierig, und sie kamen so auf den Kartoffel-Geschmack.
Kartoffelstampfer (W3)
Der "Kartoffelstampfer" ist eine Umschreibung für "Handgranate".
(E?)(L?) http://www.euphemismen.de/Alle/
Kavalier, cavalier, cavaliere, cheval, Kavaliersdelikt (W2)
Am "Kavalier" merkt man, dass das Französische nicht auf dem "Hoch-Latein" beruht, sondern aus dem umgangssprachlichen Latein der Söldner hervorgegangen ist. Der frz. "cavalier" = "Reiter" ("man von Stand"), von ital. "cavaliere" = "ritterlicher Mann", geht nämlich nicht auf das vornehme lat. Reitpferd "equus" sondern auf den Ackergaul "caballus" zurück. Auch das frz. "cheval" = "Pferd" geht darauf zurück. Aber Militär hat schon immer und überall geadelt; und so wurde aus dem lat. "caballarius", dem "Pferdeknecht" ein stolzer Reiter. Und da alle Reiter von Natur aus anscheinend höflich sind, wurde aus dem "Kavalier" ein - besonders Damen gegenüber - "höflicher Mann".
Nun könnte ich diese Wortgeschichte schon abschliessen, - wenn ich nicht am 25.06.2004 die Frage nach dem "Kavaliersdelikt" im "Etymologie-Forum" erhalten hätte:
Ich bin verzweifelt auf der Suche nach dem Ursprung des Begriffs Kavaliersdelikt. Kann mir jemand helfen?
Ich habe genau so verzweifelt nach dem "Kavaliersdelikt" gesucht, aber keine näheren Hinweise gefunden. Deshalb kann ich nur vermuten, dass er folgenden Hintergrund hat:
Wie oben schon beschrieben, stammt der "Kavalier" aus dem Umfeld der berittenen Militärs. Dort war es nicht nur nicht unehrenhaft, sondern geradezu eine Pflicht, sich durch rühmliche Taten hervorzutun. Und wenn man dies noch für eine Angebetete oder generell im Rahmen des Balzverhaltens für alle Frauen tat, war es anscheinend umso ehrenhafter.
Aber wie heute auch, war der Pfad der Tugend schon immer recht schmal. Und so konnte es leicht passieren, dass der "Kavalier" auch einmal über die Stränge schlug. Und so kam es wohl, dass man "heldenhafte Taten", die sich am Rande der Legalität befanden (und befinden) als "Kavaliersdelikt" bezeichnet(e).
(E?)(L?) http://colet.uchicago.edu/cgi-bin/dico1look.pl?strippedhw=cavalier&dicoid=ACAD1694
(E?)(L?) http://colet.uchicago.edu/cgi-bin/getobject_?a.0:3212./projects/artflb/databases/artfl/dicos/feraud/IMAGE/
(E?)(L?) http://colet.uchicago.edu/cgi-bin/dico1look.pl?strippedhw=cavalier&headword=&docyear=ALL&dicoid=ALL&articletype=1
Kollateralschaden, kollateral (W3)
(E?)(L?) http://www.kollateralschaden.de/
Das Wort wurde zum "Unwort des Jahres 1999" gekürt.
Aktuell hat es allerdings im Zusammenhang mit den Angriffen auf die Taliban wieder Konjunktur.
"kollateral" geht natürlich zurück auf lat. und bedeutet "benachbart", "seitlich nebeneinander angeordnet".
Ein "Kollateralschaden" ist also ein (unbeabsichtigter) Schaden im Umfeld eines zerstörerischen Handelns.
Damit wird beschönigend die Tatsache beschrieben, dass bei kriegerischen Handlungen leider auch unbeteiligte Zivilisten zu Tode kommen (können).
(E3)(L1) http://www.hanisauland.de/info/allebegriffe.html
von lat. "collateralis" = "seitlich".
...
Das Wort "Kollateralschaden" klingt fast beschönigend und beschreibt dabei doch ein grausames Kriegsgeschehen. Daher wurde es 1999 von der Gesellschaft für Deutsche Sprache e.V. zum "Unwort des Jahres" gewählt, weil es den Eindruck erweckt, als wären auch Menschen eine Sache.
...
Korn - die Flinte ins Korn werfen (W3)
Als letztes Mittel, wenn z.B. das Pulver verschossen war, konnte man die Flinte auch ins Korn werfen, entweder um durch das Korn zu entkommen oder um sich zu ergeben.
L
Legion - Ihre Zahl ist Legion (W3)
(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
Das Sprichwort hat seinen Ursprung im Neuen Testament, nämlich bei Lukas (8,30) und Markus (5,9). Hier wird von der Heilung der Bessesenen durch Jesu berichtet. Als er den "unsauberen Geist" austreibt, fragt Jesu nach dessen Namen und erhält als Antwort: "Legion heiße ich, denn unser ist viel."
Mit dem Namen "Legion" soll in Anlehnung an die Stärke der römischen Legion von weit über 6.000 Mann eine sehr große Zahl ausgedrückt werden.
In diesem Sinne wird noch heute (wenn auch selten) dieses Sprichwort verwendet. Beispiel: "Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist Legion."
(© blueprints Team)
Leutnant (W2)
(E6)(L?) http://tour.ard.de/tour2004/allgemein/lexikon/
(E?)(L?) http://en.wikipedia.org/wiki/Leutnant
aus frz. "lieutenant" = "Stellvertreter" (frz. "lieu" = "Ort" und frz. "tenir" = "halten") geht weiter zurück auf lat. "locum tenens" = "Stellvertreter eines Beamten".
M
Martialismus (W3)
(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Martialismus
Der kriegerische und bedrohliche "Martialismus" geht auf den römischen Kriegsgott "Mars" zurück.
Messer (W3)
Das "Messer" war im ahd. noch die Bezeichnung für ein "kurzes Schwert" (ahd. "sahs"); als die Zeiten dann etwas gesitteter wurden, reduzierte sich dieses auf die heutige Grösse.
Militär (W3)
(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Militär
Wie sollte es anders sein: auch "Militär" ist ein Militarismus und zwar von lat. "miles" = "Soldat". Und so wird mit Militär im allgemeinen zwar eine Gesamtheit, das Heer(wesen) oder eine Gruppe von Soldaten bezeichnet, aber es kann auch eine einzelne Person bezeichnen. Mit frz. "militaire", aber auch mit dt. "Militär" wird (meist ein etwas höherdotierter) Militärangehöriger bezeichnet.
militant (W3)
(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/militant
Militaria (W3)
(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Militaria
Die Pluralbildung zu lat. "militaris" (vgl. "Militär") ist eine schon etwas in die Jahre gekommene Bezeichnung für Heeresangelegenheiten.
Militarismen (W3)
Ich bin weit davon entfernt, Militarismus - in welcher Art auch immer - zu verherrlichen. Dennoch ist mir bei meinen Wortsammlungen aufgefallen, dass viele Begriffe aus dem Militärwesen stammen und in die allgemeine Sprache eingegangen sind. Heute (21.06.2003) habe ich mich entschlossen, diese Rubrik neu aufzunehmen. Bisher an anderer Stelle eingeordnete Begriffe werde ich dann nach und nach entsprechend umsortieren. Den Anfang macht der "Spiessbürger".
Militarismus, Militarismen (W3)
(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Militarismus
ist aus dem franz. "militarisme" übernommen und bezeichnet militärische Grundsätze, Ziele und Wertvorstellungen. Weiterhin werden damit die auf andere Lebensbereiche übertragenen militärischen Prinzipien bezeichnet.
Innerhalb des Etymologie-Portals möchte ich mit "Militarismen" speziell Begriffe bezeichnen, die aus dem militärischen Umfeld in die "Alltagssprache" übergegangen sind.
N
O
okkupieren (W3)
Dt. "okkupieren" (um 1500), engl. "occupy", = dt. "besetzen", "in Besitz nehmen" geht zurück auf lat. "occupare" = dt. "besetzen", "in Besitz nehmen" und setzt sich zusammen aus lat. "ob", "oc" = dt. "gegen", "nach" und lat. "capere" = dt. "nehmen", "fassen", "ergreifen".
(E1)(L1) http://www.koeblergerhard.de/der/DERO.pdf
(E3)(L1) http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/
(E?)(L?) http://reime.woxikon.de/search.php
(E1)(L1) http://ngrams.googlelabs.com/graph?corpus=8&content=okkupieren
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.
Dt. "okkupieren" taucht in der Literatur um das Jahr ???? / nicht signifikant auf.
Erstellt: 2011-11
P
Parade, parat, Apparat, Reparatur, parieren, transparent, Komparse, para-, parallel, paradox (W3)
Am 23.01.2005 erhielt ich von Frau Beate Hetterich den folgenden Hinweis:
"Parieren" führen Sie irrtümlicherweise auf das lateinische Wort "parare" - "vorbereiten" zurück. Dies trifft zwar für "parat sein" - "bereit sein" zu, nicht jedoch für "parieren", das sich von dem lat. Verbum "parére" = "gehorchen" ableitet.
Der ursprüngliche Beitrag von Gabriele Eder lautete:
"parat" bedeutet soviel wie "bereit", "fertig zum Gebrauch" und leitet sich vom lat. "parare" = "(zu)bereiten", "rüsten", "verschaffen" über dessen Partizip Perfekt "paratus" ab.
"parare" ist weiters die Grundlage der Fremdwörter wie "parieren", "Apparat" (= "Ausrüstung"), "Reparatur" (= "Wieder-Bereit-Machung") usw.
(A: gaed)
Für "parieren" gibt es aktuell mindestens zwei Anwendungen. Einmal bedeutet es "Abwehr eines Angriffs" und leitet sich ab von ital. "parare" = "sich vorbereiten".
Hierauf gehen auch die "Parade" = "Vorbereitung" und "etwas parat haben" zurück.
Das zweite "parieren" im Sinne von "gehorchen" geht zurück auf lat. "parere" = "erscheinen", "sichtbar". Dies findet man z.B. auch in "transparent" = "durchsichtig". Auch der "(Film-)Komparse", der "In-Erscheinung-tretende" tritt hier in Erscheinung.
Ich habe zwar keinen Hinweis dazu gefunden, aber es ist sicherlich nicht allzu abwegig hinter beiden Wortfamilien ein gemeinsames "para" = "gegen" zu vermuten: einmal wurde daraus die "Gegenwehr" und andererseits das "Entgegentreten".
Dabei ist das griech. "para-" ja schon etwas halbherzig. So bedeutet es ursprünglich "bei", "neben" und erscheint in "parallel" als "nebeneinander" und in "paradox" als "Gegen-Meinung".
Q
Quadratlatschen (W3)
= "Fußlappen der Landsknechte".
Die Soldaten hatten in früheren Zeiten "rechteckige"/"quadratische" Lappen, die statt Strümpfen um die Füsse geschlagen wurden.
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/q.php
Quartier, Stadtviertel (W3)
Daß Quartier von "Viertel" kommt ist nachvollziehbar. Und dass Truppenteile nicht komplett in einem Zelt oder auf einem Platz "Quartier" bezogen, sondern sich aufteilten ist auch nachvollziehbar.
Aber wieso gerade ein "Viertel" ("Stadtviertel"). Kann man Städte und Truppenteile nicht auch dritteln oder fünfteln oder zehnteln?
Vielleicht hängt es mit der militärischen Ordnung der Römer zusammen, die ihre Heerlager in entsprechender Form anlegten.
Außerdem ergaben sich an Kreuzungen von Handelsstraßen automatisch 4 Viertel.
R
rallieren (W3)
Für manche Männer ist eine "Rallye" eine faszinierende Sportart. Seinen Namen hat die engl. "Rallye" vom frz. "rallier", das soviel bedeutet wie "re-alliieren" = wiedervereinigen". Ursprünglich bedeutete "rallieren" das Einsammeln von verstreuten Truppenteilen. Bei der "Rallye" werden die Teilnehmer wieder eingesammelt (z.B. nach jeder Tagesetappe).
Das Wort "rallieren" setzt sich ursprünglich zusammen aus lat. "re-" = dt. "zurück-", "wieder-" und lat. "alligare = dt. "anbinden", "verbinden".
Erstellt: 2011-01
Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln (W3)
Diese Redewendung ist anscheinend militärischen Ursprungs. Zunächst hatten sich die Kartoffeln in Kriegszeiten gegenüber dem Getreide bewährt hatten, da man sie nicht so einfach abbrennen oder zertrampeln konnte. Wenn die Soldaten jedoch nichts mehr zu essen hatten, ließen sie sich auch dazu herab die Kartoffelfelder umzugraben. Solange sie noch einem Hauptmann gehorchten, hieß es - je nach den strategischen Überlegungen - "rein in die Kartoffeln" = "Felder plündern" oder "Rauß aus den Kartoffeln" = "diese Gegend wird verschont".
(E2)(L2) http://www.nextz.de/glossen/kartoffel.htm
...
Der Ausdruck "rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln" meint das Chaos bei unterschiedlichen Anweisungen: Sollen die Soldaten die Kartoffeläcker nun betreten oder nicht?
...
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/k.php
Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln!
(E1)(L1) http://www.w-akten.de/deutsche-redewendungen-2.phtml
Hier wird die Redewendung auf näher zurückliegende Manöverkommandos bezogen.
S
Schanze, schanzen (W3)
Eine "Schanze" muss früher etwa "Haufen", "Erhebung" bedeutet haben. So hatte es mhd. noch die Bedeutung von "Reisigbündel" und in der Schifffahrt bezeichnete es das "Halbdeck auf Schiffen".
Die Entwicklung geht wohl zurück auf die "Reisigbündel", mit denen ursprünglich Befestigungen hergestellt wurden.
Heute versteht man unter "Schanze" vorwiegend den "Erdwall" oder sogar den betonierten Schutz im militärischen Umfeld.
Die "Schanze" kommt auch als "Sprungschanze" vor, wo sie ja auch eine "befestigte Erhebung" darstellt.
Das abgeleitete Verb "schanzen" bedeutet(e) also das "Herstellen einer Schanze". Im Kriegsgeschehen bedeutete dies in erster Linie das Wühlen im Dreck - aber was kann einen Krieg noch schmutziger machen, als er eh schon ist.
Schar, Scharmützel, scarramuccia, escarmouche, skirmish (W2)
(E4)(L2) http://www.wortmuseum.com/
(E6)(L4) http://www.wortmuseum.com/exhib_3.php
Das kleine "Rückzugsgefecht", das "Scharmützel" ist ein Produkt deutsch-italienischer Freundschaft. Der erste Teil ist wirklich das was es heißt, eine "Schar" (ide. "*sker" = "schneiden", "teilen", also etwa "Abteilung"). Der zweite Teil geht zurück auf ital. "mucciar" = "flüchten". Schon die Italiener bildeten daraus "scarramuccia".
Die Franzosen machten daraus "skarmuch" bzw. heute "escarmouche", die Engländer formten es um zu "skirmish".
Schärpe
écharpe (W3)
Am 08.12.2011 wurde folgender Beitrag ins Etymologie-Forum eingetragen:
Nach meinem Etymologielexikon kommt das Wort Schärpe vom französischen "écharpe". Aber woher kommt das? Ich fand in Andalusien einen kleinen Teppich, der dort "Charappa" genannt wurde. Wie kann ich meine Vermutung bestätigen?
G. Gurke
Dt. "Schärpe", (engl. "sash"), geht zurück auf frz. "écharpe" = dt. "Armbinde", altfrz. "escherpe" = dt. "an einer Schlinge getragene Pilgertasche". Da seit dem 16. / 17. Jh. Orden an einem Schulterband getragen wurden, entwickelte sich die Schärpe vor dem Aufkommen der Uniformen zum Abzeichen von Krieg führenden Parteien. Als Überbleibsel findet man sie noch an Uniformen höherer Dienstgrade.
Frz. "écharpe" (1135, "escharpe" = dt. "Pilgertasche") geht seinerseits auf einen germanischen Ursprung zurück. Das fränkische ""*skirpa", "*skirpja" = frz. "panier de jonc" = dt. "Binsenkorb", geht zurück auf mlat. "scrippa" = dt. "Pilgertasche", lat. "scirpea" = dt. "Korb", lat. "scirpus" = dt. "Binse".
Frz. "écharper" (15. Jh.) altfrz. "escharper" = dt. "(mit einem Schulterriemen) umhängen", frz. "escharpé" = frz. "ceint d'une écharpe", abgeleitet von frz. "écharpe".
Adelung schreibt dazu:
Die Feldbinde, plur. die -n, eine Binde, welche die Officier um den Leib tragen, um sich dadurch nicht nur von andern Truppen, sondern auch von andern Regimentern zu unterscheiden. Ehedem waren sie nur im Felde üblich. S. Schärpe.
Das Feldzeichen, des -s, plur. ut nom. sing. alles, was die Soldaten und Officier im Felde tragen um sich von dem Feinde zu unterscheiden, dergleichen die Feldbinde, Degenquasten, Schleifen, Laubzweige u. s. f. sind.
Die Schärpe, plur. die -n, ein Wort, welches überhaupt eine Binde bedeutet und bey den Wundärzten, wenigstens einiger Gegenden, noch zu denjenigen Binden üblich ist, worin ein beschädigter Arm getragen wird. Am häufigsten gebraucht man es noch von der breiter, etwas zusammen gewickelten Linde, welche die Officier um den Unterleib tragen, und welche auch die Feldbinde genannt wird. Im Niedersächs. "Scherf", im Schwed. "Skärp", im Franz. "Echarpe", im Engl. "Scarf" (= dt. "Schultertuch", "Schal"). Vermittelst des Endlautes "b" oder "p" von "Schar", so fern es eine Ausdehnung in die Länge, oder auch eine Verbindung, ein Band, bedeutet.
Die Scherpe, eine Binde, S. Schärpe.
(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_s_1.html
(E?)(L?) http://www.cnrtl.fr/etymologie/écharpe
écharpe
(E?)(L?) http://www.cnrtl.fr/etymologie/écharper
écharper
(E?)(L?) http://www.dhm.de/lemo/suche/exponatet.html
Textil: Schärpe der Leipziger Montagsdemonstrationen, 1989
(E?)(L?) http://www.owid.de/pls/db/p4_suche_elex.Stichw_alpha?v_Buchst=S
(E1)(L1) http://www.chass.utoronto.ca/epc/langueXIX/dg/08_t1-2.htm
écharpe
(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl
Officierschärpe | RitterOrden der Schärpe | Schärpe
(E?)(L?) http://www.zerotracas.com/component/option,com_joomap/Itemid,2/
- Les écharpes d'Or 2011
- Palmarès des Écharpes d’Or 2010
(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Schärpe
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.
Dt. "Schärpe" taucht in der Literatur um das Jahr 1750 auf.
Erstellt: 2011-12
Schema F (W3)
(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
Im 19. Jahrhundert wurde Preußen stark militärisch regiert und es gab für alles eine Militär-Verordnung. Das "Schema F" war zu dieser Zeit ein mit dem Buchstaben F gekennzeichnetes Formular, auf dem die Truppenstärke einer bestimmten Einheit aufgezeichnet wurde. Bei den Besichtigungen dieser Einheit musste die effektive Zahl der Personen genau mit dem "Schema F" übereinstimmen.
Wenn heute eine Person bzw. eine Organisation sehr starre und enge Regeln anwendet bzw. alles bürokratisch regelt, dann sprechen wir vom "Schema F" bzw. auch von "Nach Schema F" vorgehen.
(© blueprints Team)
(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406475574/etymologety0f-21
(E1)(L?) http://www.fragenohneantwort.de/
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/s.php
(E1)(L1) http://www.w-akten.de/worte.phtml
Scherge, Schar (W3)
Der ahd. "scario" war ein Unterführer im Herr, ein "Scharführer". Später wurde er dann zum "Gerichtsboten" und "Herold". Heute wird die Bezeichnung nur noch negativ in der Bedeutung "Häscher", "Polizeiknecht" benutzt.
Der "Scherge" war in früheren Zeiten ein "Gerichtsdiener". Als ahd. "scario" war er der "Scharführer" ("Scharer", zu "Schar"). Einmal Gerichtsdiener benutzte er die ihm verliehene Macht, um Macht über die armen Klienten auszuüben. Und so wurde er zum (teils gewalttätigen) "Handlanger" für meist politische Auftragshandlungen.
Im Vergleich zum Scharführer hat er sich also sowohl moralisch als auch politisch verschlechtert.
Geht man nun weiter zurück auf die zu Grunde liegende "Schar", so kommt man auf ahd. "scara" = "scheren", "abtrennen". Die "Schar" ist also die "abgetrennte" "Abteilung".
Schild - Schildbürger - vom "der" zum "das" - schildern - Böses im Schild(e) führen - schillern (W1)
(E?)(L?) http://www.dwb.uni-trier.de/
schildern
(E?)(L?) http://www.ids-mannheim.de/kt/30000wordforms.dat
(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Schildb%C3%BCrger
Am 15.01.2004 wurde die Frage gestellt, warum es denn "der Schutzschild" aber "das Verkehrsschild" heisst. Obwohl es dabei zunächst nicht um eine etymologische Frage geht, finde ich sie doch recht interessant. Gewappnet mit einigen Wörterbüchern kann man der Antwort auf die Spur kommen.
Zunächst einmal gehört "Schild" zu einer fast riesig zu nennenden Wortfamilie, die ich schon einmal unter dem Stichwort (endschuldigen Sie bitte) "Scheisse" teilweise behandelt habe. Dazu gehört auch die "Schuessel" oder auch das engl. "science" = "Wissenschaft". Es geht also um die Wurzel ide. "*(s)kel" = "scheiden", "abspalten", aus dem sich dann auch der "Schild" und das engl. "shield" ableitet. Der Schild der alten Germanen war ein "Holzschild", also im weitesten Sinne ein "abgespaltenes Holzscheit". ("Scheit" geht natürlich auch auf diese Wurzel zurück und ist also genau genommen ein weisser Schimmel, weil "Scheit" schon ein abgespaltenes Stück Holz ist.) Die Römer waren dem schon voraus und hatten bereits metallene "Schilde". Aber auch die Germanen entwickelten sich weiter und spätestens im Mittelalter hatten sie auch "Schilde" aus Metall. Und nicht nur das. Die Ritter waren von Kopf bis Fuss mit Metall umhüllt. So dass man sie nicht mehr erkennen konnte. Was lag also näher, als ihre Schilde sprechen zu lassen. (Heute sagt man daher immer noch "schildern" = "erzählen", ja man kann sogar "in den buntesten Farben schildern".)
Sie erfanden also Familienwappen, die Sie stolz auf den Schilden trugen wenn sie im Turnier oder Kampf siegten und die im Staub lagen, wenn sie verloren. Langsam übertrug sich die Bedeutung "Schild" auch auf das Abgebildete und man nannte auch die Aushängeschilde(r) an Herbergen oder Gasthäusern so.
Hier hatten sie bereits ihre Funktion als "Schutzschild" eingebüsst und dienten eigentlich nur noch als Informationsträger. Man sollte annehmen, dass nun die Zeit gekommen war zwischen "der Schutzschild" und "das Aushängeschild" zu unterscheiden. Aber die äussere Ähnlichkeit war immer noch zu gross, als dass sich "Schildbürger" und "Spiessbürger" entschliessen konnten, einen grammatischen Unterschied zu machen.
"Das Schild" entwickelte sich erst im 18.Jh. als man anfing, die Speichermedien zu Miniaturisieren. Nun beschilderte man auch Bücher, Hefte, Behälter, Firmen, Haustüren und andere Gegenstände. Und spätestens mit den kleinen "Papierschilden" musste eine sprachliche Differenzierung her. "Schildchen" hörte sich ja zu kindlich an, also wählte man die neutrale Form "das Schild" um die "Software-Schilde" zu bezeichnen.
Ob dies eine bewusste Enztscheidung oder eine schleichende Entwicklung war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Ich vermute, dass diese Entwicklung in den Amtsstuben stattfand und sich dann recht zügig durchsetzte.
Mittlerweile hat sich "das Schild" einen hohen Anteil erobert. Man sagt wohl nur noch "der Schild", wenn man an die Schutzfunktion denkt. Alle anderen "Schilder", bei denen es eher auf die Anzeigefunktion ankommt, heissen wohl "das Schild", etwa auch "das Verkehrsschild" obwohl dieses der Stabilität und der Grösse nach eigentlich eher "der Schild" zu nennen wäre.
Da die alten Ritterleut durch ihre Visiere schleccht zu erkennen waren, musste man sie an den Wappen auf ihren Schilden identifizieren. Ein Feind führte demnach "Böses im Schilde".
Grimm hat dem "Schild" in seinem Wörterbuch übrigens fast 8 Seiten gewidmet, und zu "schildern" findet man auch einen einseitigen Eintrag. Bezieht man alle Ableitungen mit ein, kommt man auf fast 16 Seiten. Es lohnt sich also einmal online nachzuschlagen.
Am 30.08.2004 erreichte mich folgender Hinweis:
Ich bin zufällig im Netz auf Ihre etymologische Herleitung zum "Schild" gestoßen, wo Sie auch das "Schildern" erklären. M.E. leitet sich das zwar - ganz richtig - vom "Schild" her, aber in einer anderen Weise. Sowohl Römer als auch Germanen bemalten Ihre Schilde, und die Bemalung diente gleichzeitig auch als "Wappen". Die Schilde wurden als "Prunkschilde" an der Stirnseite der Häuser aufgehängt, hatten schlichtweg dann auch die Funktion als "Tafelbild". "Schilderey" ist noch im Spätmittelalter der Ausdruck für "Malerei" gewesen (heute m.W. noch im Niederländischen: "schilderen" bedeutet "malen"). Wer etwas "schildert", "malt etwas aus", "schillern" kommt auch daher.
H. Wunderlich
Unter den 30.000 häufigsten Wörtern beim IDS hat "schildern" den Wert "schildern 0,0004318".
(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/s.php
Schildbürgerstreich
(E?)(L?) http://www.karl-simrock-forschung.de/
(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/autoren/simrock.htm
(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/simrock/schildbg/schildbg.htm
Wundersame, abenteuerliche und bisher unbeschriebene Geschichten und Thaten der Schildbürger in Misnopotamien, hinter Utopia gelegen.
Jetzund ganz frisch Männiglich zu ehrlicher Zeitverkürzung aus unbekannten Autoren zusammengetragen und aus utopischer auch rothwälscher in deutsche Sprache gesetzt.
Schirm (W3)
den Schirm zumachen (W3)
Der "Schirm" war im ahd. "scirm" noch identisch mit "Schutz". Der "Schutzschirm" ist demnach also auch ein "weisser Schimmel". Weiter zurückliegend findet man einen möglichen Zusammenhang mit dem "Kampf-)Schild" und noch weiter zurückgehend scheint es ursprünglich die Bezeichnung für einen Fellüberzug am Schild gewesen zu sein.
Vom Fell der den Schutzschild kleidete ging die Bezeichnung also auf den Schild selbst über und wurde schließlich zu einem allgemeinen Schutz gegen Schwerthiebe, Wind und Sonne.
Im "Grimm" findet man noch Zitate für ein Verb "schirmen" = "kämpfen", "fechten".
Die Redewendung "den Schirm zumachen" findet man zwar im "Röhrich" mit der Bedeutung "sterben" und dem Hinweis, dass sie überwiegend in Süddeutschland und in der Schweiz anzutreffen ist. Aber leider findet man keine weiteren Hinweise zur Entstehung. Vermutlich läßt sich ein erstes Auftreten nicht mehr nachweisen. Ohne weitere Literatur-Recherche sollte man hier also keine verbindlichen Aussagen wagen.
Erste Hinweise kann allenfalls noch das Vorkommen des Wortes "Schirm" geben. So kann ein Schirm als "Regenschirm" und als "Sonnenschirm auftreten, als "Lampenschirm", als "Fallschirm", als "Wandschirm" und mittlerweile als "Fernsehschirm" bzw. "Bildschirm". Dann gibt es noch den Hinweis, dass "Schirm" auch eine umgangssprachliche Bedeutung "Veteranenflinte" hat.
Der assoziative Hintergrund dürfte auf jeden Fall sein, dass der Betreffende nun keinen "Schirm" (keinen "Schutz") mehr braucht.
Wenn auch unwahrscheinlich, dass es sich auf den "Fallschirm" bezieht, wäre es aber recht plausibel. Ein Fallschirmspringer, der während des Sprungs den "(Fall-)Schirm" schließt, dürfte wohl "den Löffel abgeben" können.
(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7958.html
Spiessbürger, Spiesser (W3)
(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
Entstanden ist der Begriff "Spießbürger" in der Zeit, in der die Bürger ihre Städte und ihr Hab und Gut noch mit dem Spieß verteidigten (ca. 900 n. Chr.).
Als "Spießbürger" bezeichnet man heute einen engstirnigen Menschen, der sich jedem Fortschritt verschließt und veraltete Anschauungen und moralische Grundsätze hartnäckig verteidigt. Wir sagen auch nur verkürzt "Spießer" zu diesem Schlag von Mensch.
© blueprints Team
Stahlhelmhochzeit (W2)
(E?)(L?) http://www.wispor.de/wpx-k-s.htm
Der Begriff der "Stahlhelmhochzeit" geht auf eine Regelung im 3. Reich zurück. Um Frauen den Verlust ihrer Verlobten im 2. Weltkrieg (1939-1945) zumindest finanziell erträglich zu machen (und um allgemein die Kriegsmoral hochzuhalten) konnte sie noch nachträglich mit ihrem gefallenen Verlobten getraut werden. Diese Trauung wurde mit einem Stahlhelm als Platzhalter vollzogen.
T
Thema (W3)
(E?)(L?) http://www.thema.de/
- (mittelgriech.), ursprünglich Bezeichnung byzantinischer Heeresabteilungen, später auf die von Kaiser Herakleios (610-641) zunächst in Kleinasien eingerichteten großen Militärbezirke übertragen, in denen Truppen angesiedelt wurden (Stratioten) und gleichzeitig Verwaltungsbezirke waren. Der Themenvorsteher hieß Stratege, seit dem 11.Jh. Dux.
- (griech.-lat. = Satz, abzuhandelnder Gegenstand, eigentl. = das Gesetzte),
allg.: zu behandelnder Gegenstand; Leitgedanke, Leitmotiv, Gesprächsstoff.
- in der Linguistik siehe Thema-Rhema-Gliederung
- in der Musik ein prägnanter musikalischer Gedanke, der als tragender Formteil eines Stücks wesentlich auf Wiederkehr, Bearbeitung, Verarbeitung angelegt ist, gegebenenfalls auch auf Gegenüberstellung oder Kombination mit weiteren Themen. ...
zitiert aus "Meyers Grosses Universallexikon"
(E?)(L?) http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=115656
U
Uni Münster
(E?)(L?) http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/
Wissenschaft und Frieden
Solche Seiten sind in Zeiten der grossen Worte und Taten besonders wichtig.
15 Jahre Wissenschaft und Frieden
In über 1.000 Beiträgen haben in 15 Jahren AutorInnen aus Deutschland, den USA, Österreich, der Schweiz, Rußland, Japan und vielen anderen Ländern in W&F zu friedenspolitischen, militärstrategischen und rüstungstechnischen Fragen publiziert; Gewaltursachen und -verhältnisse untersucht; Wege und Möglichkeiten zur Konfliktlösung, zur Wahrung der Menschenrechte und zur Zukunftssicherung thematisiert; aus naturwissenschaftlicher, ethischer, politischer und psychologischer Sicht Position zur Verantwortung der Wissenschaft bezogen; wissenschaftliche Analysen und Einschätzungen zur Sicherung des Friedens und für eine zukunftsfähige Entwicklung vorgestellt; die Geschichte und Aktualität des Pazifismus und der Friedensbewegung untersucht. Über 800 dieser Texte sind hier dokumentiert. Dazu kommen 30 umfangreiche Dossiers und Informationen zur Arbeit der Friedensinitiativen.
unmoralische
Das Bundeswehr-Lexikon
Ein satirisches Bundeswehrwörterbuch
(E?)(L1) http://www.unmoralische.de/bundeswehr.htm
Wenn ein junger Wehrpflichtiger zum ersten Mal eine Kaserne betritt, wird er feststellen, dass er sich auch sprachlich in eine neue Welt begeben hat. Aus allen Fenstern hängen Soldaten wie reife Trauben, die lautstark Worte wie 'Drecksmaus', 'Kiste' und 'Rotarsch' grölen; an jeder Ecke trifft er auf alkoholisierte Menschen, die ihn im Rausch offenbar mit einem 'Koffer' verwechseln, gelbe Schilder hochhalten und mit belegter Zunge ominöse Zahlen lallen und zu guter letzt brüllt auch noch ein junger Mann mit einem 'Hufeisen' auf der Schulter in der Lautstärke einer schlecht gestochenen Sau, dass man in 'Linie' zu einem 'Glied' antreten und sich zum Empfang des 'Schlumpftarns' bereit halten soll.
Dieses bescheidene Wörterbuch soll allen jungen Rekruten helfen, sich schneller im Begriffswirrwar der Bundeswehr zurechtzufinden. Aber auch den daheim gebliebenen Frauen soll es eine Hilfe sein, am Wochenende den Erzählungen ihrer Freunde folgen zu können...
(E?)(L3) http://www.unmoralische.de/bundeswehr_light.htm
Bundeswehr-Lexikon-light
Urlaub (W3)
Der Urlaub war im 9.Jh. noch etwas kürzer; da hieß er "urlub". Mhd. hieß er dann "urloup", "urlop" und "urlob" und war die "Erlaubnis fort zu gehen", die von einem Höherstehenden gewährt wurde.
Von den vielen Urlaubsformen sei hier nur noch "oorlof" erwähnt. Andere asächs., mnd. und nl. Formen sind z.B. im "Kluge" oder im "Et. Wörterbuch" von "dtv" nachzulesen.
In neuerer Zeit hat es dann die Bedeutung "zeitweilige Freistellung vom Dienst" erhalten. Im 19.Jh. war ein Urlauber z.B. ganz speziell ein "Soldat auf Urlaub". Später durften dann auch andere Sterbliche "Urlauber" sein.
(E?)(L1) http://www.urlaubs-checkliste.de/
Urlaubs-Checkliste
V
W
Wappen, Waffe, wappnen (W3)
"Wappen" und "Waffe" gehen auf die gleich Wurzel zurück. Ja, das niederdeutsche "Wappen" existierte lange Zeit gelichberechtigt neben "Waffen". Ein Stück davon hat sich sogar in die heutige deutsche Hochsprache gerettet in Form von "sich gegen etwas wappnen" (also "bewaffnen").
Nachdem man aber oftmals Waffen, Schilde und Rüstungen nicht nur mit dem eigenen Zeichen markierte, sondern die Markierungen sich zu einem eigenen Zweck verselbständigten, brauchte man auch zwei verschiedene Bezeichnungen. Und in diesem Fall nahm man "Wappen" zur Bezeichnung des (Status-)Symbols und "Waffen" zur Bezeichnung der Instrumente, um dieses zu verteidigen oder anderen aufzuzwingen.
X
Y
Z
Zapfenstreich, Großer Zapfenstreich (W2)
Großer Zapfenstreich
Seine Ursprünge hat der Zapfenstreich im 17. Jahrhundert. Vorgesetzte Militärpolizisten teilten den einfachen Soldaten in den Wirtshäusern durch einen symbolischen Schlag auf den Zapfen eines Fasses mit, dass sie ihr Gelage beenden sollten. Nach diesem "Zapfenschlag" durften den Soldaten keine Getränke mehr ausgeschenkt werden. Die Soldaten hatten unter der Begleitung von Musikanten, Trommlern und Pfeifern gemeinsam in die Heerlager zurückzumarschieren. 1726 dokumentierte der sächsische Major Hans von Fleming in seinem Buch "Der vollkommene deutsche Soldat" zum ersten Mal den Brauch des Zapfenstreichs. Der Begriff Zapfenstreich geht auf das 16.Jahrhundert zurück. 1596 ist zum ersten Mal ein Zapfenschlag in Verbindung mit einem Abendsignal erwähnt.
König Friedrich Wilhelm III. befahl 1813 die Ausweitung der ursprünglichen Zapfenstreichhandlung nach dem Vorbild der russischen Armee. Die Soldaten sollten, wenn der Zapfenstreich geschlagen wird, das Gewehr präsentieren sowie ein stilles Gebet verrichten. Anschließend sollten die versammelten Musiker ein Abendlied blasen. 1833 stellte der Direktor der Musikkorps des Preußischen Gardekorps, Wilhelm Wieprecht, die musikalischen Elemente und das Gebet für den Großen Zapfenstreich zusammen und begründete damit die bis heute praktizierte Form des Großen Zapfenstreichs.
(E1)(L1) http://www.heinrich-tischner.de/anlag/verz/22spra.htm
(E1)(L1) http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/9sp-ecke/fragen/2005/zapfenst.htm
(E?)(L?) http://www.musiklehre.at/fachwortlexikon/z.htm
(E?)(L?) http://www.ub.uni-duisburg.de/ETD-db/theses/available/duett-12142001-143412/unrestricted/1999,2..pdf
(E?)(L?) http://www.scirus.com/srsapp/search?q=zapfenstreich
Um auch den letzten Soldaten unmissverständlich klar zu machen, daß es Zeit ist, in die Kaserne zurückzukehren, schlug ein Offizier auf den Zapfen eines Bierfasses.
Mit dem "Schlag auf den Zapfen des Fasses" wurde das Ende des Ausschanks kundgetan. Oftmals übernahmen diese Aufgabe die Offiziere, die damit auch zur Rückkehr in die Kaserne aufforderten.
Heute hat sich der Begriff "Zapfenstreich" derart verselbständigt, dass es mit der ursprünglichen Bedeutung nichts mehr zu tun hat. Oder was hat eine militärische Musikvorführung mit dem Ende des Alkoholkonsums zu tun.
Die Erklärung ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass die Aufforderung zur Rückkehr in die Kasernen (oder zur Rückkehr in die Quartiere im Feldlager) durch ein akkustisches Signal unterstützt oder sogar ersetzt wurde. Und aus dem Trompetenstoß entwickelten sich teilweise umfangreiche Musikstücke.
(E?)(L?) http://www.ndv.info/cgi-bin/sk/medium.pl?F=2&E=53
Der Große Zapfenstreich
(E1)(L1) http://soziologie.uni-duisburg.de/forschung/dbei2_99.pdf
...
2.1. Zur Entstehung und Form des Zapfenstreichs
...
Wo das ursprüngliche Zapfenstreichritual endete, beginnt heute der "Große Zapfenstreich".
...
Zäsur (W3)
von lat. "caesura" = "Einschnitt", "Hieb", von lat. "caedere" = "hauen", "schlagen".
Die Kunst, "dazwischenzuhauen" ist besonders bei Diskussionsleitern gefragt, dann nämlich, wenn ein (oder mehrere) Diskussionspartner kein Ende finden.
(E?)(L?) http://stilmittel.gereimt.de/
(E5)(L1) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu.htm
(E?)(L?) http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/proxy.php?file=lido/servlet/Lido_Servlet
Zum Fußvolk gehören, Fussvolk (W3)
(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
Der Ausdruck "Fußvolk" (mittelhochdeutsch "vuozvolc") stammt aus dem militärischen Bereich und bezeichnete ursprünglich die "Truppe zu Fuß", die die größten Strapazen zu erleiden hatte. Obwohl sie an vorderster Front kämpfte und deshalb auch die meisten Opfer bringen musste, wurde sie von den Reitern verächtlich "von oben herab" angesehen.
Mit der Redensart "zum Fußvolk gehören" zählen wir uns bzw. den Bezeichneten zur großen, aber einflusslosen Menge bzw. bringen zum Ausdruck, dass jemand eine untergeordnete Stellung einnimmt oder unbedeutend ist.
(© blueprints Team)
Zwang, zwingen (W3)
Der "Zwang" geht als Abstraktum von "zwingen" auf die Bedeutung "drücken", "einengen" zurück. Und auch heute sagt man oft statt "zwingen", "Druck ausüben".
Das Wörtchen "Zwang" hat seine Wurzeln im mittelhochdeutschen "twanc" oder "dwanc" als Abstraktum zu "zwingen", heißt es in Kluges Etymologischem Wörterbuch. "Zwingen" trat ursprünglich in der Bedeutung "mit der faust zusammenpressen" auf, schreiben die Gebrüder Grimm. Unter "Zwang" sei sowohl die Nötigung, gegen die man sich nicht wehren könne, als auch die Einwirkung von außen kommender Gewalt - "mag sie nun mehr oder weniger handgreiflich oder moralisch und geistig sein" - zu verstehen.
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Digitale Bibl. DB000066
Der Erste Weltkrieg in deutschen Bildpostkarten
Herausgegeben vom Deutschen Historischen Museum, Berlin
Mit einer Einführung und Kommentaren von Katrin Kilian
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(E?)(L1) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3898534669/etymologpor09-20
(E?)(L1) http://www.digitale-bibliothek.de/band66.htm
Die ab 1885 offiziell zugelassene Bildpostkarte erlangte in einer Zeit, in der es nur wenige andere populäre Bild- und Kommunikationsmedien gab, schnell große Verbreitung. Schon in der Vorkriegszeit als eines der ersten preiswerten Medien für hochwertige, auch farbige Abbildungen außerordentlich geschätzt, wurde sie mit Kriegsausbruch zugleich das wichtigste, millionenfach genutzte Kommunikationsmedium zwischen den Soldaten an der Front und ihren Angehörigen in der Heimat. Gleichzeitig wurde der Krieg als dominierendes Zeitereignis zu einem zentralen Thema der Bildproduktion.
Die vorliegende Edition enthält rund 1.000 Bildpostkarten aus dem Bestand des Deutschen Historischen Museums, Berlin, die den Ersten Weltkrieg aus deutscher Sicht darstellen.
Die thematisch geordnete Sammlung enthält Fotografien, Gemälde, Lithographien und Zeichnungen zu allen Themen des Krieges - von der Musterung über das Leben in der Etappe, das Kampfgeschehen an der Front und die Beziehungen der Soldaten zu ihren Angehörigen bis hin zur Anprangerung unnd Karikierung der Kriegsgegner und der Darstellung des Heldentodes. Die propagandistische Verharmlosung der Schrecken des Krieges steht dabei gleichwertig neben der vordergründigen Agitation, um nüchterne Dokumente handelt es sich bei den wenigsten Motiven.
Erschlossen werden die Postkarten durch eine Datenbank, durch eine Einführung in Geschichte und Bedeutung der Bildpostkarte und einen ausführlichen Kommentar der Motive von Katrin Kilian, der Leiterin des Projekts »Feldpost-Archiv Berlin«.
Die Edition beschränkt sich nicht auf die Wiedergabe der Bildmotive, sondern dokumentiert auch die Mitteilungen auf den Rückseiten der fast durchgehend benutzten Postkarten. Damit ist sie zugleich eine wertvolle Quelle zur Erforschung der privaten Kommunikation während des Ersten Weltkrieges.
(E?)(L?) http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=320981.htm
Zu dieser Ausgabe gibt es auch eine komplette Unterrichtseinheit für den Geschichtsunterricht.
Digitale Bibl. DB000072
Delbrück, Hans
Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte
Mit einer Einführung von Karl Christ
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(E?)(L1) http://www.digitale-bibliothek.de/band72.htm
In seiner »Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte« liefert Hans Delbrück (1848 - 1929) Beschreibungen und Analysen bedeutender Schlachten von den Perserkriegen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Er rückt, erstmalig in der Militärgeschichtsschreibung, die Organisation der Heere in den Vordergrund und wandte sich damit gegen die konventionelle Geschichtsschreibung seiner Zeit, die Schlachten nur aus der Perspektive großer Persönlichkeiten beschrieb. Die sich im Laufe der Jahrhunderte verändernde Taktik und Organisation der Heere führte er vielmehr auf Veränderungen im politischen und kulturellen Umfeld zurück.
Aus heutiger Sicht stellt das Werk mit seiner Materialfülle und seinem kulturgeschichtlich orientiertem Ansatz einen Meilenstein der Militärgeschichtsschreibung dar. Seine sprachliche Virtuosität stellt Delbrück dabei in die Nachfolge großer Historiker des 19. Jahrhunderts, etwa vom Rang eines Theodor Mommsen oder Leopold von Ranke.
Mit der »Geschichte der Kriegskunst« setzt die Digitale Bibl. DB000die mit der »Geschichte des Altertums« und der »Geschichte der Juden« begonnene Edition von Schlüsselwerken hervorragender Geschichtsschreiber des 19. und 20. Jahrhunderts fort.
Digitale Bibl. DB000109
Handlexikon zur Militärgeschichte
Zur Geschichte des Militärs mitteldeutscher Kleinstaaten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert
Von Erich Scherer
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(E?)(L1) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898535096/etymologety0f-21
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(E?)(L1) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3898535096/etymologpor09-20
(E?)(L1) http://www.digitale-bibliothek.de/band109.htm
Das »Wörterbuch Militärgeschichte« informiert über die wichtigsten Begriffe der Militärgeschichte vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Es wendet sich an Regional- und Militärhistoriker, militärgeschichtlich Interessierte und vor allem an Genealogen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Militärs Kursachsens, Schwarzburgs, thüringisch-sächsischer Staaten, Preußens, Mecklenburgs, des Königreichs Westfalen, Anhaus Dessaus, Anhalt-Bernburgs und Anhalt-Köthens. Behandelt werden Truppenverbände, Frei-, Landwehr und Garnisonenregimenter, Bürgermilizen, Garnisonsorte, Militärkirchenbücher sowie die wichtigsten Heerführer, ergänzt um Quellen- und Literaturangaben.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Familienforschung, die häufig dann auf »tote Punkte« stößt, wenn der Soldatenstand angegeben ist. Da Mietquartiere in den Gemeinden von Behörden nur selten registriert wurden, sind Unterlagen der kirchlichen Ämter des Umlandes der Heimatgarnisonen häufig die einzigen Quellen. Der Autor konzentriert sich daher auf Garnisonen, die aus wirtschaftlichen Gründen oder der Ausbildung wegen häufig wechselten.
Digitale Bibl. DB000143
Schlagwörter und Schlachtrufe
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(E?)(L1) http://www.digitale-bibliothek.de/band143.htm
»Davon geht die Welt nicht unter ...« - Zu Beginn der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts kam diese Liedzeile Zarah Leanders nicht nur den Wünschen einer propagandistischen deutschen Filmindustrie entgegen, sondern sie traf auch den Nerv einer in Kriegszeiten nach Trost und Ablenkung suchenden Bevölkerung.
Diese von den Historikern Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker herausgegebene Ausgabe versammelt Parolen, Schlagwörter und Schlachtrufe, die heute oftmals zu geläufigen Redewendungen geworden sind. Da finden sich Ausdrücke wie »Bombenstimmung« oder »Zuckerbrot und Peitsche«, deren Herkunft kaum mehr bekannt ist, genauso wie »Blühende Landschaften« und »Schwerter zu Pflugscharen«, die aus der jüngsten deutschen Vergangenheit noch jedem im Ohr klingen. Die Autoren beschreiben die oft vielschichtigen Bedeutungen, die hinter solchen bekannten Aussprüchen stecken. Sie erklären Entstehung, Verwendung, Wandel und Wirkungsweise von Schlagwörtern und Schlachtrufen, mit denen die Deutschen in den vergangenen zwei Jahrhunderten ihr Selbstverständnis ausdrückten, ihre politischen Kämpfe austrugen oder ihre Kriege führten.
Diese Ausgabe beinhaltet:
Schlagwörter und Schlachtrufe. Aus zwei Jahrhunderten deutscher Geschichte, herausgegeben von Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker, Leipzig: Militzke Verlag, 2002.
E
F
G
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Hebold, Wolfgang
50 Klassiker
Siege und Niederlagen
Militärische Entscheidungen von Troja bis Jom Kippur
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Broschiert: 279 Seiten
Verlag: Gerstenberg (Gebrüder) (November 2008)
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung
"ICH KAM, SAH UND SIEGTE" - So einfach sind Schlachte nicht immer gewonnen worden. Schon die Kriegsberichte der Antike, angefangen mit Ilias und Odyssee, handeln nicht nur von Siegern, sondern auch von den Besiegten, von den Grausamkeiten und Schrecken des Krieges. Trotzdem werden Konflikte bis heute auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Wolfgang Hobeld stellt 50 Siege und Niederlagen vor, die den Lauf der Geschichte bestimmt haben. Er stellt diese Schlachten in den historischen Rahmen, erklärt, wie es zu ihnen gekommen ist und welche Taktiken und Strategien jeweils angewandt wurden. Er zeigt aber auch, mit welchem menschlichen Leid sie verbunden waren.
(E?)(L?) http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?action=detail&url_ISBN=9783806725278
»Ich kam, sah und siegte« - so einfach sind Schlachten nicht immer gewonnen worden. Schon die Kriegsberichte der Antike, angefangen mit Ilias und Odyssee, handeln nicht nur von Siegern, sondern auch von Besiegten, von Grausamkeiten und Schrecken des Krieges. Trotzdem werden Konflikte bis heute auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Wolfgang Hebold stellt Siege und Niederlagen vor, die den Lauf der Geschichte bestimmt haben, erklärt, wie es zu den Schachten gekommen ist, und zeigt, mit welchem menschlichen Leid sie verbunden waren.
50 Klassiker Siege und Niederlagen - bedeutende militärische Auseinandersetzungen werden in ihren geschichtlichen Zusammenhang gestellt, Wissenswertes über schiefe Schlachtordnungen, Pyrrhussiege und manches Schlachtenlenkers Waterloo wird berichtet. In jedem Kurzessay wird die Entstehung und Entwicklung eines militärischen Konflikts betrachtet. Zitate von Kriegsherren und einfachen Soldaten, Einschätzungen und Bewertungen von Historikern werden durch Kästen hervorgehoben. Auf der Faktenseite werden Zeit, Ort, Dauer, Einsatz von Menschen und Material sowie der Ablauf der jeweiligen Schlacht im Detail dargestellt.
»Eine unverzichtbare Ergänzung zum Geschichtsunterricht, ein gutes Nachschlagewerk für alle Interessierten und die gesamte Reihe sollte in keiner Bibliothek fehlen.« Bücherschau
Wolfgang Hebold, geboren 1959, aufgewachsen in Koblenz und Bielefeld, lebt seit 1977 in Berlin. Er studierte Mathematik und ist als Dozent für Informatik und als freier Autor tätig. Im Privatstudium hat sich Wolfgang Hebold seit Jahren wissenschaftlich mit militärhistorischen Themen auseinandergesetzt.
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